Die Sieben Gassen

Die Sieben Gassen (Zeven Steegjes) gehören zu den letzten erhaltenen Arbeitervierteln im historischen Zentrum von Utrecht. Zwischen der Oudegracht, dem Pelmolenweg, der Geertekerk und der ehemaligen Martinuskirche gelegen, ist dieses besondere Viertel für seine kleinen Arbeiterhäuser und das Labyrinth aus schmalen Gassen und Durchgängen bekannt.

Geschichte

Die schlichten Arbeiterhäuser in den Sieben Gassen wurden zwischen 1843 und 1860 auf dem Gelände hinter der ehemaligen Brauerei De Boog an der Oudegracht errichtet. In unmittelbarer Nähe befanden sich außerdem eine Zigarrenfabrik und eine Zuckerfabrik.

Mit dem starken Bevölkerungswachstum und der Sorge vor Krankheiten wie Cholera führte die Regierung strengere Vorschriften für den Wohnungsbau ein. Sackgassen in Elendsvierteln wurden verboten, neue Straßen mussten gerade verlaufen und ausreichend Luftzirkulation ermöglichen. Die Häuser verfügten zwar weder über eine eigene Küche noch über eine eigene Toilette – die Bewohner nutzten gemeinsame Außentoiletten –, galten für ihre Zeit jedoch als fortschrittlich.

Die kleinen Häuser waren für große katholische Familien gedacht, von denen viele auf Wohltätigkeit angewiesen waren, sowie für die Arbeiter der umliegenden Fabriken. Das Viertel war in einen sozialistischen und einen katholischen Teil gegliedert, wobei Letzterer von der Kirche streng überwacht wurde.

Auch wenn die Fabriken längst verschwunden sind, zählen die Sieben Gassen bis heute zu den letzten authentischen Arbeitervierteln in der Utrechter Altstadt. Das Viertel wurde in den 1990er-Jahren sorgfältig restauriert und hat dabei seinen gemütlichen Charakter und seine besondere Atmosphäre bewahrt.

Addresse

Boogstraat 0
3511 XV Utrecht